14.3.2016 – Gründung der ADFC Ortsgruppe Burgwedel und Vorstandswahlen

Sprecher und Beisitzer

Sprecher und Beisitzer

Sprecher

Der neue Vorstand der ADFC-Ortsgruppe Burgwedel

Um ihre Arbeit besser auf die unterschiedlichen lokalen Belange konzentrieren zu können, hat sich die alte ADFC Ortsgruppe Burgwedel / Isernhagen im Februar in zwei Gruppen geteilt. Der Burgwedeler Teil, die neue Ortsgruppe Burgwedel, wählte am Montag, 14.3.2016, seinen Vorstand für die kommenden zwei Jahre.

Als Sprecher kandidierte Steffen Timmann (GBW). Er wurde ebenso einstimmig gewählt wie die stellvertretenden Sprecher Helmut Dirks (WTM, auch Kassenwart), Robert Lindner (GBW) und Dieter Schwanke (WTM). Dies Sprecherteam wird ergänzt durch die Beisitzer Jürgen Giesche-Zudnik (FBG), Manfred Obermann (GBW) und Hans-Dieter Rohlf (GBW).

Wolfram Anders und Andreas Strauch (beide GBW) werden die Kasse prüfen.
Bis auf D.Schwanke und H.-D. Rohlf gehörten alle bereits dem Vorstand der alten gemeinsamen Gruppe an. Für Kontinuität ist also gesorgt.

Außerdem wurde die kommende Fahrradsaison – insbesondere das Burgwedeler ADFC Tourenprogramm – vorbereitet. Die wöchentlichen Feierabendtouren mittwochs, 18 – 20 Uhr, beginnen am 7.4.. Die ganztägigen Sonntagstouren jeweils am 4. Sonntag des Monats starten am 24.4. mit einer 70 km Fahrt zu den Landmarken an der Burgdorfer Aue. Startpunkt der Touren ist bis auf wenige Ausnahmen der Domfront- (Rathaus-) Platz in Großburgwedel.

Die Vorstandswahl der neuen Ortsgruppe Isernhagen erfolgt voraussichtlich in der zweiten Aprilhälfte.

6.11.2015 – Zu wenig Licht im Dunklen

Beleuchtung RobertAm 06.11. stellte Robert Lindner vom ADFC Burgwedel-Isernhagen in einem öffentlichen Vortrag die Ergebnisse einer Erhebung zur Fahrradbeleuchtung in Burgwedel vor. Die Zahlen stimmen nachdenklich: von den insgesamt 705 gezählten Radfahrern waren aus der Gruppe der Jugendlichen 25% im Dunkeln ohne Licht unterwegs, weitere 16% nur mit einem Licht. Überraschenderweise schnitten die Erwachsenen kaum besser ab: aus dieser Gruppe radelten 23% ohne Licht und 15 % mit nur einem Licht.
Lediglich die Grundschüler konnten in dieser Erhebung glänzen: nur jeweils 13 % radelten ohne Licht bzw. mit lediglich einem Licht. Zu dem besseren Ergebnis tragen sicher die intensive Verkehrserziehung durch die Grundschule und möglicherweise auch die höhere Fürsorglichkeit der Eltern gegenüber ihren jüngeren Kindern bei. Auch die Tatsache, dass vor der Grundschule regelmäßig die Polizei präsent ist, mag Eltern dazu motivieren, auf die Beleuchtung der Räder ihrer Sprösslinge besser zu achten. Dass polizeiliche Kontrollen durchaus positive Effekte auf das Verhalten von Radlern ohne Licht haben können, darauf wies ein Mitarbeiter eines Burgwedler Fahrradgeschäftes hin: er beobachte jedes Mal nach einer polizeilichen Kontrolle eine Woge von Nachfragen nach Fahrradlichtern.
Dabei wird es den Radfahrern seit Mitte 2013 vom Gesetzgeber leicht gemacht: die für Rennräder unter 11 kg weit verbreiteten Akku- oder Batterie-Aufstecklichter sind jetzt auch an normalen Fahrrädern erlaubt, wenn die Leuchten ständig mitgeführt werden und den gesetzlichen Mindestanforderungen genügen. Ob letzteres der Fall ist, kann man an einem Prüfzeichen (eine Welle gefolgt von einem K und mehreren Zahlen, z.B.: ) leicht erkennen. Durch die in den letzten Jahren enorm verbesserte LED-Technik kann man heute sein Fahrrad so effizient beleuchten, dass man auf die genaue Einstellung des Frontscheinwerfers achten muss, um den Gegenverkehr nicht zu blenden. Hier gilt, dass die Mitte des Lichtkegels 10 m vor dem Fahrrad den Boden erreichen muss. Entwicklungen wie Standlichttechnik und wetterunempfindliche Nabendynamoserhöhen Sicherheit und Zuverlässigkeit und sind dank Massenmarkt erschwinglich.
Die Technik ermöglicht heute, auch im Dunkeln sichtbar und sicher Rad zu fahren. Wie wichtig die Motivation zum Einsatz dieser Technik ist, zeigt ein Blick in die Unfalldatenbank des ADFC: Radler ohne Licht im Dunklen trifft immer ein hoher Anteil der Schuld. Welch schwerwiegenden physischen, psychischen und finanziellen Folgen solche Unfälle haben können, dürfte den Radfahrern ohne Licht wohl nicht klar sein.
Die beiden Burgwedler Fahrradgeschäfte werden in den nächsten Wochen kostenlose Beleuchtungschecks für Radfahrer anbieten, denen noch kein Licht aufgegangen ist.

Externes Ingenieurbüro für Radverkehrskonzept Burgwedel abgelehnt

Der Vorschlag der Stadtverwaltung, ein externes Ingenieurbüro mit der Erstellung eines Radverkehrskonzeptes für Burgwedel zu beauftragen, wurde von der CDU Mehrheit abgelehnt. Der ADFC Burgwedel/Isernhagen ist darüber enttäuscht und hat den folgenden Offenen Brief an alle Ratsmitglieder geschickt:

Offener Brief an die Mitglieder des Rates der Stadt Burgwedel

25.7.2015
Sehr geehrte Damen und Herren,
Der ADFC Burgwedel/Isernhagen ist enttäuscht über die Weigerung der Ratsmehrheit, ein externes Ingenieurbüro mit einem Burgwedeler Radverkehrskonzept zu beauftragen.
Burgwedel braucht ein Radverkehrskonzept!
Es gibt keine Städteplanung ohne Verkehrsplanung und es gibt keine Verkehrs­planung ohne einen Radverkehrsplan. (Rad-) Verkehrsplanung ist keine freiwillige Leistung.
Sie ist für eine verantwortungsvolle Stadtentwicklungsplanung zwingend.
Das Fahrrad ist das ideale städtische Verkehrsmittel! Eine Verlagerung des Anteils von Pkw-Kurzstreckenfahrten auf den Radverkehr entlastet nicht nur die Straßen, sondern auch den Parkraum. Mit der Förderung des Radverkehrs wird bundes-, und landesweit ein nachhaltiger Beitrag zur Vermeidung von Lärm, zur Reinhaltung der Luft, zum Klima­schutz, aber auch zur Gesundheitsförderung geleistet. Bis 2025 sollen im Durchschnitt 21 Prozent aller Wege in und um Hannover mit dem Rad zurückgelegt werden. Hierzu sind vor allem die Gemeinden (also auch die Stadt Burgwedel) gefordert, die Infrastruktur des Radverkehrs in ihrem Stadt­gebiet maßgeblich zu verbessern und zu erweitern.
Genau an dieser Stelle hilft ein Radverkehrskonzept. Mit Grundlagenermittlung, Problem- und Unfallanalyse, Radverkehrszählung und einer Maßnahmenplanung im gesamten städtischen Straßennetz werden so erst die Voraussetzungen geschaffen, die Schwach­stellen und Bedürfnisse des Radverkehrs zu erfassen, zu bewerten, Kosten zu ermitteln und die Qualität der Radinfrastruktur nach einer Prioritätenliste schrittweise zu verbessern.
Die rechtlichen Grundlagen, Planungsvorschläge und Lösungsansätze hierfür sind so vielschichtig und komplex, dass es der professionellen Arbeit eines Fach­ingenieur­büros bedarf, das sich auf diese Arbeit spezialisiert hat. Der Versuch, diese Aufgabe mit ‚Bordmitteln‘ zu lösen, birgt die Gefahr nicht nur langer zeitlicher Verzögerung sondern auch uneffektiver Verwendung von Steuergeldern.
Die Burgwedeler Stadtverwaltung hat den Sinn und die Notwendigkeit eines Radverkehrs­konzeptes erkannt und mit der (leider abgelehnten) Beschlussvorlage eine wichtige Weiche gestellt. Diese Chance wurde von der Ratsmehrheit nicht aufgegriffen. Die Idee, diese qualifizierte Ingenieurleistung auf eine Schwachstellenbeseitigung zu reduzieren und den Verwaltungen von Stadt und Region, der Polizei und dem ADFC zuzuschieben, zielt zu kurz. Ein Radverkehrskonzept behandelt ausdrücklich nicht nur die Aufhebung von Unfallschwerpunkten, sondern ist eine wichtige und wesentliche Grundlage für die städtebauliche Entwicklung und die mittel- bis langfristige Ausrichtung des Gesamtverkehrs.
Der ADFC appelliert an den Rat der Stadt Burgwedel, ein qualifiziertes Radverkehrs­konzept für die Stadt Burgwedel erarbeiten zu lassen und zu beschließen.
Der ADFC ist selbstverständlich bereit, an einem solchen Konzept mitzuarbeiten.
Mit freundlichen Grüßen
Steffen Timmann

P.S.
In der letzten Burgwedeler Ratssitzung (20.7.2015) wurde u.a. beschlossen, einen externen Dienstleister mit der Durchführung der Feuerwehrbedarfsplanung zu beauftragen. Ebenfalls wurde beschlossen, externe Partner für die Erstellung eines Medienent­wick­lungs­planes einzubinden und dafür außerplanmäßige Mittel in Höhe von knapp 60.000 € im Jahr 2015 bereit zu stellen.
Die analoge Vorlage für ein Radverkehrskonzept wurde bereits im Vorfeld von der Ratsmehrheit abgelehnt.

© ADFC Wennigsen/Barsinghausen 2019

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